Servertypen

File-Server (Dateiserver)

File-Server ermöglichen den Zugriff auf Dateien in einem Netzwerk. Der Zugriff kann durch konfigurierbare Zugriffsrechte beschränkt werden. Zentrale Datenspeicherung hat viele Vorteile - beispielsweise wird die Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen wesentlich verbeFssert. Darüber hinaus ermöglicht die zentrale Ablage einen schnellen Überblick, hilft Versionskonflikte zu vermieden und erleichtert die Anfertigung von Datensicherungen (Backups), da auch diese zentral erfolgen.

Mail-Server

Ein Mail-Server übernimmt die Rolle der E-Mail-Zentrale in einem Netzwerk. Er sendet, empfängt, speichert und leitet E-Mails weiter. Der Dienst für das Senden und Empfangen heißt Mail Transfer Agent (MTA). Hier kommen Zusatzfunktionen wie das Filtern von Spam und die Virusüberprüfung zur Anwendung. Der Mail Delivery Agent (MDA) hat die Aufgabe, die eingehenden E-Mails an die Empfängermailboxen zu verteilen. E-Mails aus den Mailboxen werden vom Mail User Agent (MUA), dem E-Mail Programm des Benutzers, per POP3 oder IMAP abgerufen.

Proxy-Server

Ein Proxy-Server ist eine Schnittstelle für Kommunikation im Netzwerk. Er nimmt Kommunikationsanfragen entgegen, um über seine eigene IP-Adresse eine Verbindung zum Ziel der Anfrage aufzubauen. Im Unterschied zu Network Address Translation (NAT) hat er die Möglichkeit die Kommunikation zu analysieren und zu manipulieren, anstatt die Kommunikationspakete einfach nur weiterzuleiten. Ein Proxy-Server kann viele Aufgaben übernehmen. Er schützt Clients und Server, kann die Bandbreite kontrollieren, die Verfügbarkeit durch Lastverteilung erhöhen und den Inhalt der Pakete kontrollieren bzw. verändern.

Domain-Controller

Die Bezeichnung »Domänencontroller« (DC) wurde von Microsoft mit Windows NT eingeführt. Der Domain-Controller dient der zentralen Authentifizierung und Autorisierung in einem Netzwerk. Mit Microsoft Windows 2000 Server wurde das Active Directory eingeführt. Der Verzeichnisdienst ordnet Benutzern, Benutzergruppen, Diensten oder Geräten bestimmte Attribute zu, beispielsweise Zugriffsbeschränkungen auf Dateien oder Drucker. Mit mehreren DCs in einem Netzwerk, wird eine hohe Ausfallsicherheit erreicht.

Web-Server

Als Web-Server wird ein Computer bezeichnet, auf dem eine Web-Server-Anwendung läuft oder nur die Software selbst. Ein Web-Server hat die Aufgabe, Dateien an Clients wie z.B. Webbrowser zu übertragen. Als Übertragungsprotokolle werden dafür HTTP und HTTPS (verschlüsselte Variante von HTTP) eingesetzt. Die heute am häufigsten zur Anwendung kommenden Web-Server sind der Apache HTTP Server sowie der Microsoft Internet Information Server.

Print-Server (Druckserver)

Ein Print-Server nimmt in einem Netzwerk Druckaufträge entgegen und leitet diese an Ausgabegeräte, wie Drucker oder Plotter weiter. Durch den Einsatz von Druck-Servern sind verschiedene Ziele erreichbar: Drucker ohne Netzwerkschnittstelle werden im Netzwerk sichtbar, Spooling und Verwaltung sind zentralisierbar, die Einrichtung von Druckerpools (Verbund von Druckern mit automatischer Auftragsverteilung) ist möglich und Gerätetreiber können zentral an alle Arbeitsstationen verteilt werden.

DNS-Server

DNS-Server sind für die Namensauflösung in einem Netzwerk zuständig. Auf die Anfrage mit einem Hostnamen, z.B. »www.ppks.net«, antwortet der DNS-Server mit der IP-Adresse des Hosts. Das Domain Name System ist ein auf viele tausend Server verteilter hierarchischer Verzeichnisdienst, der den gesamten Namensraum des Internets verwaltet. Die Root-Server publizieren die Rootzone des DNS, die aus ca. 3.000 Einträgen besteht. Hier werden Top Level Domains wie »com«, »net« und »de« verwaltet. Jeder an das Internet angeschlossene Rechner bekommt einen für ihn zuständigen Name-Server zugewiesen.

NAS (-Server)

Network Attached Storage (NAS) ist ein einfach aufgebauter Datei-Server. Ein NAS wird eingesetzt, um die Speicherkapazität im Netzwerk unkompliziert und mit geringen Kosten zu erhöhen. NAS ermöglicht den an das Netzwerk angeschlossenen Arbeitsstationen, abhängig vom Betriebssystem, Zugriff auf ein Dateisystem. Kostengünstige Varianten benutzen eine einzelne Festplatte als Speichermedium - bessere sind mit einem Disk-Array ausgestattet und können mit konfigurierbaren Fehlertoleranzen vor einem möglichen Datenverlust schützen.

FTP-Server

Ein File Transfer Protokoll Server (FTP) wird verwendet, um Dateien über ein IP-Netzwerk zu transferieren (Upload/Download). FTP-Server ermöglichen den Austausch großer Datenmengen wie z.B. Bilder oder komplexe Bauzeichnungen. Anonyme (ohne Kennwort nutzbare) FTP-Server werden oft von Universitäten und Fachhochschulen betrieben.

Backup-Server

Backup-Server übernehmen im Netzwerk die Rolle der zentralen Datensicherung. Mit dem Einsatz eines Backup-Servers wird die Datenverfügbarkeit durch die Möglichkeit einer schnellen Datenwiederherstellung deutlich erhöht. Ein Backup-Server als Standby-System bietet Redundanz und sichert bei Serverausfällen die Verfügbarkeit. Mögliche Datenverluste können so vermieden werden.