

Der Ausdruck Open Source (engl.) steht für quelloffen, einerseits in dem Sinne, dass der Quelltext eines Programms frei erhältlich ist, andererseits für 'offene Quelle', also dass ein Werk frei zur Verfügung steht. Software gilt als Open Source, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllt, die in ihrer Open-Source-Lizenz geregelt sind.
Dabei beschränkt sich der Begriff aber nicht ausschließlich auf Software, sondern kann auch auf Wissen und Information allgemein ausgedehnt werden. Ein Beispiel ist OpenCola.
Der Ausdruck Open-Source-Software (OSS) wird zu Recht als Synonym für freie Software verwendet, wenn auch die Verfechter der jeweiligen Begriffe verschiedene Schwerpunkte setzen. (siehe dazu Abschnitt Open Source und Freie Software).
Das charakteristische für OSS sind vor allem die dem Anwender eingeräumten weitläufigen Verwertungs- und Bearbeitungsrechte. Unabhängig von den einzelnen Lizenzverträgen sind für OSS die folgenden drei charakteristischen Merkmale wesentlich:
Diese Charakteristika werden detailliert in der Open Source Definition (OSD) der Open Source Initiative festgelegt. Abweichend von dieser offiziellen Definition wird Open Source gelegentlich auch für Software benutzt, bei der der Urheber den Quelltext veröffentlicht, aber weiterhin auf Rechten daran besteht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn er eine Verschlüsselungssoftware im Quellcode veröffentlicht, um externen Experten die Möglichkeit einer Überprüfung auf Sicherheitslöcher zu geben.
1. Open Source und Freie Software
In der eigentlichen Bedeutung unterscheidet sich die Open Source Definition nicht von Freier Software. Allerdings können beide Begriffe unterschiedliche Assoziationen auslösen, die ursprünglich nicht geplant waren.
Die Entscheidung, den Terminus Open Source zu etablieren, vorgeschlagen von Christine Peterson vom Foresight Institute, begründete sich zum Teil auf der möglichen Missinterpretation des Wortes frei. Die FSF verstand das Wort im Sinne von Freiheit (free speech, not free beer), jedoch wurde es oft fälschlicherweise mit kostenlos assoziiert. Dieses Problem wurde verschlimmert durch die Tatsache, dass freie Software in den meisten Fällen wirklich auch kostenlos erhältlich ist. Man hoffte, dass die Verwendung der Bezeichnung Open Source diese Mehrdeutigkeit beseitigt und auch eine einfachere Vermarktung von Open Source vor Vertretern der Wirtschaft ermöglicht. Außerdem weckt der Begriff Open Source nicht zwangsläufig eine Assoziation mit der GNU-GPL, die aus wirtschaftlicher Sicht problematisch sein kann.
Seit der Einführung der neuen Bezeichnung wurde jedoch oft kritisiert, dass diese ebenfalls Verwirrung stiftet: Sie assoziiert die Verfügbarkeit des Quelltextes, sagt aber nichts über die Freiheit, ihn zu verwenden, verändern und weiterzugeben, aus. Kritisiert wird daher von der Free Software Foundation vor allem die Tatsache, dass der Begriff Open Source die Einsicht in den Quellcode einer Software hervorhebt, nicht aber die Freiheit, diesen Quellcode auch beliebig weiterzugeben oder zu verändern. So nennt die PGP Corporation die aktuelle Version ihres Kryptografieprogramms PGP z. B. Open Source, da der Quellcode betrachtet werden kann. Weitergabe und Veränderung dieses Quellcodes sind aber verboten, so dass das Programm nicht unter die Open Source Definition fällt. Aus diesem Grund ist die freie Implementation GnuPG entstanden, die mit der GPL den Open Source-Anforderungen gerecht wird.
Der Begriff Freie Software ist allerdings ebenfalls problematisch, da er häufig in Verbindung mit den Lizenzen der FSF (GNU-GPL, GNU LGPL und GNU-FDL) gebracht wird. Diese Lizenzen sind zwar auch nach Auffassung der OSI frei. Sie fordern allerdings, dass abgeleitete Werke die gleichen Freiheiten gewähren. Die GNU Free Documentation License ist hierbei besonders problematisch, unter anderem deswegen, weil sie die Möglichkeit bietet, die Modifikation ganz bestimmter Abschnitte zu verbieten. Die GNU-FDL erfüllt somit eine grundlegende Anforderung der Open Source Definition und der Definition Freier Software nicht.
Zu Recht werden die Begriffe "Freie Software" und "Open Source Software" zwar synonym verwendet, allerdings bestehen Unterschiede in der Interpretation. Die meisten Menschen und Organisationen, die von freier Software sprechen, sehen Lizenzen als unfrei an, wenn sie Einschränkungen enthalten wie eine Begrenzung des Verkaufspreises, die Pflicht zur Veröffentlichung eigener Modifikationen oder die Bestimmung, dass jede Modifikation der Software an den ursprünglichen Autor gesandt werden muss. Die Open Source Initiative dagegen akzeptiert solche Lizenzen als Open Source. Dies ist unter anderem deshalb problematisch, weil Software unter diesen Lizenzen nicht oder nur unter starken Einschränkungen in freie Software-Projekte wie Debian GNU/Linux integriert werden kann, was dem Autor eventuell bei der Auswahl der Lizenz gar nicht bewusst war. Oft wird deshalb auch dazu geraten, keine eigene Lizenz zu verwenden, deren rechtliche und praktische Probleme man unter Umständen nicht überschaut, sondern auf eine erprobte und anerkannte freie Lizenz wie die GPL, die LGPL oder die BSD-Lizenz zurückzugreifen.
2. Geschichte
Die Geschichte von Open Source ist auch die Geschichte von freier Software. Bis 1998 redete noch niemand von Open Source.
Beeinflusst durch das 1997 publizierte Essay The Cathedral and the Bazaar von Eric S. Raymond, dem Entwickler von fetchmail (ein vielgenutztes E- Mail-Weiterleitungs-Tool), entschied Netscape 1998 angesichts der wachsenden Dominanz von Microsoft am Browser-Markt, den Quelltext des Netscape Navigators freizugeben (aus dieser Freigabe entstand später das Mozilla-Projekt).
Kurz darauf beschlossen Raymond, Bruce Perens, ein Computer-Wissenschafter, und Tim O'Reilly, Gründer und Vorstand des Computerbuch-Verlags O'Reilly, dass die freie Software-Gemeinde besseres Marketing benötigt und gründeten die Open Source Initiative (OSI), um die Vorzüge der Open-Source- Entwicklung auch in der Wirtschaft zu bewerben. Dazu schufen sie für die Wirtschaft angepasste Open- Source-Lizenzen, welche weiterhin den Bedürfnissen des Open-Source-Umfelds genügten. Eine der bekanntesten Lizenzen, die aus diesen Bestrebungen hervorging, ist die Mozilla Public License.
Allerdings unterscheidet sich die Open-Source-Definition der OSI von der Definition der FSF. Der Gründer des GNU-Projekts, Richard Stallman, sagt, wenn er Software kategorisiert:
"The term open source' software is used by some people to mean more or less the same thing as free software. However, their criteria are somewhat less strict; they have accepted some kinds of license restrictions that we have rejected as unacceptable. We prefer the term 'free software'."
3. Bekannte Open-Source-Programme
3.1. Anwendungsprogramme
Blender (Software) (3D-Grafikprogramm), Emacs (Editor), Vim (Editor), GIMP (Bildbearbeitung), Mozilla (Websuite), Mozilla Firefox (Webbrowser), Mozilla Thunderbird (E-Mail-Client), OpenOffice.org (Office-Paket)
3.2. Betriebssysteme
Linux-Kernel, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, Darwin
3.3. Datenbanken
MySQL, PostgreSQL, Firebird
3.4. Desktops, Windowmanager und X Window Systeme
KDE, Gnome, Xfce, Fluxbox, IceWM, X.org, XFree86
3.5. Serverdienste
Apache (Webserver), Samba (SMB-Protokoll)
3.6. Sicherheits- und Datenschutz-Software
PGP, GnuPG, OpenSSL, P3P, Bcrypt
3.7. Softwareentwicklung
GNU Compiler Collection (Compiler für Ada, C, C++, Fortran 77, Java, …), Perl, PHP, Python, Tcl, Gambas (Programmiersprachen), Eclipse, KDevelop (Entwicklungsumgebungen), Ruby, Nutch (Suchmaschinen-Engine)
3.8. Spiele
Freeciv (Aufbaustrategiespiel), Vega Strike (Weltraum-Shooter), FlightGear (Flugsimulator), Skrupel Tribute Compilation (Aufbaustrategiespiel), Tenes Empanadas Graciela (Strategiespiel), Wesnoth (rundenbasiertes Strategiespiel)
3.9. Unternehmensplanung (ERP)
Compiere, SQL-Ledger, AvERP
3.10. Video- und Audio-Software
Audacity (Audio-Aufnahme- und -Verarbeitungsprogramm), FFmpeg (Videokompressor), MPlayer (Medienplayer), VirtualDub (Video/Audio-Aufnahme- und -Verarbeitungsprogramm), VLC Media Player (Medienplayer & Streaming-Client), Xine (Medienplayer), XMMS (Winamp-Klon)
3.11. Web Content Management Systeme
Mambo Open Source CMS, MediaWiki, OsCommerce Webshop, Plone, Typo3 CMS
Q U E L L E N N A C H W E I S
Open Source
DB Sonderband: Wikipedia Frühjahr 2005, S. 332059
Autoren: Filzstift, Biitli, SilentSurfer, Lille, Kurt Jansson, UncleOwen, Guidod, Karl-Henner, Elwood j blues, Tobias Rohde, Kris Kaiser, Paterbrown, Vanis, D, Oreg, MichaelB., Suchenwi, Jonelo, Breogan67, Maurice, Lenny222, EricPoehlsen, Jpp, Pit.